Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Was dieses Rezept zuverlässig macht
Die lange Sauerteigführung entwickelt ein mild säuerliches Aroma und eine elastische, aromatische Krume.
Mehrfaches Falten stärkt den weichen Teig, ohne ihn durch zusätzliches Mehl unnötig fest zu machen.
Feiner Hartweizengrieß bringt eine leicht goldene Krume und etwas mehr Biss.
Dampf in der ersten Backphase unterstützt eine kräftige, rösche Kruste.
Fogassa de Castellón ist eine salzige, runde und eher flache Brothogaza aus der Comunitat Valenciana. Für diese Hausversion wird ein Weizensauerteig mit Weizenmehl, Vollkornmehl und feinem HartweizengrießGrieß aus Hartweizen, der besonders für Teigwaren verwendet wird. geführt, mehrfach gefaltet und anschließend mit Dampf kräftig ausgebacken. Der Laib passt besonders gut zu Suppen, Eintöpfen oder einer einfachen Brotzeit.
Außen kräftig gebräunt und knusprig, innen zart und elastisch mit leicht goldener Krume, feinem Biss und angenehm mild-säuerlichem Sauerteigaroma.
Schritt für Schritt
Zubereitung
Vorteig und Teigbereitung
1
Vorteig ansetzen
Am Vorabend Weizenmehl, Wasser und aktiven Weizensauerteig für den Vorteig verrühren. Die Schüssel abdecken und den Vorteig 10–12 Stunden bei etwa 20–22 °C reifen lassen. Er soll sichtbar gelockert sein und angenehm säuerlich riechen.
11 Stunden21 °C
Daran erkennst du es: Der Vorteig ist sichtbar gelockert und riecht angenehm säuerlich.
Die Reifezeit liegt je nach Raumtemperatur zwischen 10 und 12 Stunden.
2
Hauptteig mischen
Am nächsten Tag Weizenmehl, Weizenvollkornmehl, Hartweizengrieß und 330 ml des Wassers mit dem gesamten Vorteig mischen, bis keine trockenen Stellen mehr zu sehen sind. Abgedeckt 20 Minuten ruhen lassen.
20 Minuten
Daran erkennst du es: Es sind keine trockenen Mehlstellen mehr sichtbar.
Die übrigen 20 ml Wasser zunächst zurückhalten und erst mit dem Salz einarbeiten.
3
Salz und restliches Wasser einarbeiten
Salz und die übrigen 20 ml Wasser einarbeiten. Den Teig von Hand etwa 8–10 Minuten kneten oder in der Küchenmaschine zunächst 5 Minuten langsam und anschließend 2–3 Minuten etwas schneller bearbeiten. Der Teig bleibt weich, soll aber elastischer werden.
10 Minuten
Daran erkennst du es: Der weiche Teig wirkt elastischer und zusammenhängender.
Bei Handarbeit den Teig nicht durch zusätzliches Mehl unnötig fest machen.
Stockgare und Formen
1
Stockgare mit Faltungen
Den Teig in eine leicht geölte Schüssel geben und 3 Stunden bei etwa 24 °C gehen lassen. Nach 30, 60 und 90 Minuten jeweils einmal von außen zur Mitte falten. Dafür eine Teigseite hochziehen und über die Mitte legen; die Schüssel nach jeder Faltung drehen.
3 Stunden24 °C
Daran erkennst du es: Der Teig wirkt gelockert und durch die Faltungen deutlich elastischer.
Die Faltungen bei 30, 60 und 90 Minuten in die Stockgare einbauen.
2
Wirken und Stückgare
Den Teig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, vorsichtig zu einer runden, eher flachen Kugel formen und mit dem Schluss nach oben in ein bemehltes Gärkörbchen oder eine mit einem bemehlten Tuch ausgelegte Schüssel legen. Abdecken und 60–90 Minuten gehen lassen. Der Teig ist bereit, wenn eine eingedrückte Stelle langsam zurückfedert.
75 Minuten
Daran erkennst du es: Eine eingedrückte Stelle federt langsam zurück.
Den Teig beim Formen vorsichtig behandeln, damit die aufgebaute Gärstruktur erhalten bleibt.
Backen und Auskühlen
1
Ofen vorheizen und Laib einschneiden
Während der letzten Gehzeit den Backofen mit Backblech, Backstein oder Backstahl auf 250 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Laib auf das heiße Blech setzen und die Oberfläche mit einem scharfen Messer drei- bis viermal einschneiden. Ein leeres Metallgefäß auf der Ofenunterseite mit vorheizen.
250 °C
Daran erkennst du es: Die Backfläche und das Metallgefäß sind vollständig vorgeheizt.
Das Vorheizen läuft parallel zur letzten Gehzeit.
Wichtig: Die Backfläche und das Metallgefäß sind sehr heiß; den Laib vorsichtig aufsetzen.
2
Mit Dampf backen
100 ml Wasser in das vorgeheizte leere Metallgefäß auf der Ofenunterseite gießen. Den Laib 15 Minuten bei 240 °C mit Dampf backen. Das Dampfgefäß vorsichtig entfernen, die Temperatur auf 210 °C senken und weitere 25–30 Minuten backen.
45 Minuten240 °C
Daran erkennst du es: Die Kruste ist kräftig gebräunt und der Laib klingt beim Klopfen auf die Unterseite hohl.
Das Dampfgefäß erst nach den ersten 15 Minuten und mit ausreichendem Abstand vorsichtig herausnehmen.
Wichtig: Beim Eingießen des Wassers entsteht sehr heißer Dampf; Hände und Gesicht vom aufsteigenden Dampf fernhalten.
3
Vollständig auskühlen lassen
Die Fogassa auf einem Gitter mindestens 2 Stunden vollständig auskühlen lassen, bevor du sie anschneidest.
2 Stunden
Daran erkennst du es: Der Laib ist vollständig ausgekühlt und lässt sich sauber anschneiden.
Das Brot nicht frühzeitig anschneiden, damit sich die Krume setzen kann.
Gut zu wissen
Hinweise zum Rezept
Dampf für die Kruste: Das Wasser wird in ein bereits vorgeheiztes Metallgefäß gegeben. Dadurch bleibt die Oberfläche in der ersten Backphase länger dehnbar, bevor die Kruste kräftig ausbackt.
Faltungen einplanen: Die drei Faltungen finden innerhalb der dreistündigen Stockgare statt und ersetzen keinen zusätzlichen Gehschritt.
Vor dem Anschneiden auskühlen: Die mindestens zweistündige Abkühlzeit gehört zur Gesamtzeit und hilft der weichen Krume, sich zu stabilisieren.
Zutatenwissen
Hartweizengrieß
Feiner Hartweizengrieß, auch als semola rimacinata erhältlich, sorgt für eine leicht goldene Krume und etwas mehr Biss. Er ist häufig in italienischen oder spanischen Lebensmittelgeschäften sowie in gut sortierten Supermärkten erhältlich.
Sinnvolle Alternativen
Weizenmehl Type 550
Die Krume wird etwas heller und weicher.
Den feinen Hartweizengrieß durch 50 g Weizenmehl Type 550 ersetzen und dieses mit dem übrigen Mehl in den Hauptteig geben.
Typische Fehler und ihre Lösung
Der Laib reißt unkontrolliert auf oder bleibt innen dicht.
Die eingedrückte Stelle prüfen und die Endgare bei Bedarf bis zu 90 Minuten fortsetzen.
Den Laib vollständig ausbacken; die Krume wird dadurch nicht nachträglich luftiger, aber die Kruste kann fertig ausbacken.
Der Teig wird fest und verliert seine weiche, elastische Struktur.
Arbeitsfläche und Gärkörbchen nur leicht bemehlen und den Teig vorsichtig behandeln.
Den Teig vor dem Formen einige Minuten entspannen lassen und anschließend behutsam weiterarbeiten.
Beim Bedampfen entsteht eine gefährliche Dampfwolke.
Das Gefäß vorsichtig herausziehen oder die Ofentür nur weit genug öffnen und das Wasser mit Abstand eingießen.
Varianten
Fogassa ohne Hartweizengrieß
Eine Variante mit ausschließlich Weizenmehl und Weizenvollkornmehl für eine etwas hellere und weichere Krume.
Servieren und kombinieren
Zu Suppe: Die Fogassa in kräftige Scheiben schneiden und zu einer heißen Suppe servieren.
Zu Eintopf: Die knusprige Kruste und die elastische Krume passen als Brotbeilage zu einem herzhaften Eintopf.
Als einfache Brotzeit: Den ausgekühlten Laib in dickere Scheiben schneiden und als schlichte Brotzeit servieren.
Planen und Reste genießen
Vorbereiten
Den Vorteig am Vorabend ansetzen und innerhalb der angegebenen Reifezeit von 10–12 Stunden weiterverarbeiten.
Aufbewahren
Die vollständig ausgekühlte Fogassa bei Raumtemperatur in einem atmungsaktiven Brotbeutel oder Brotkasten aufbewahren. Für längere Aufbewahrung portionsweise einfrieren statt im Kühlschrank zu lagern.
Vor dem Verpacken vollständig auskühlen lassen, damit sich möglichst wenig Kondenswasser bildet.
Einfrieren
Die vollständig ausgekühlte Fogassa in Scheiben oder als halben Laib luftdicht verpacken und einfrieren.
Bei Raumtemperatur aus der Verpackung nehmen und vollständig auftauen lassen. Für eine knusprigere Kruste anschließend kurz im Ofen aufbacken.
Die Kruste verliert nach dem Einfrieren etwas an Rösche, lässt sich aber durch kurzes Aufbacken auffrischen.
Aufwärmen
Backofen: Aufgetaute oder trockene Scheiben bei etwa 180 °C kurz aufbacken. Einen halben Laib bei Bedarf leicht befeuchten und ebenfalls im Ofen erwärmen.
Allergene und Nährwerte
Glutenhaltiges Getreide (Weizen): enthält · Die Rezeptur enthält Weizenmehl, Weizenvollkornmehl, Hartweizengrieß und Weizensauerteig.
Häufig gefragt
Fragen zum Rezept
Kann ich den Hartweizengrieß ersetzen?
Ja. Ersetze die 50 g feinen Hartweizengrieß durch 50 g Weizenmehl Type 550. Die Krume wird dadurch etwas heller und weicher.
Woran erkenne ich, dass der Teig bereit zum Backen ist?
Bei der Stückgare federt eine eingedrückte Stelle langsam zurück. Der Teig soll gelockert sein, aber nicht vollständig in sich zusammensinken.
Warum wird das Wasser für den Dampf in ein Metallgefäß gegossen?
Das vorgeheizte Metallgefäß erzeugt in der ersten Backphase Dampf. Dadurch kann sich die Kruste zunächst gut entwickeln, bevor sie kräftig ausbackt.
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