Tagarninas finden
Tagarninas sind junge essbare Triebe der wilden oder kultivierten Stechdistel. In Deutschland sind sie am ehesten in gut sortierten spanischen Lebensmittelgeschäften oder gelegentlich tiefgekühlt erhältlich.
Andalusischer Hülsenfrucht-Eintopf
Kräftiger andalusischer Eintopf aus Kichererbsen, weißen Bohnen, Tagarninas, Rind, Schwein und spanischer Wurst. Das Majado aus geröstetem Brot, Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprika bindet die Brühe und gibt ihr Tiefe; Fleisch und Wurst werden als Pringá separat oder im Eintopf serviert.
In dieser Richtung gibt es kein weiteres Rezept.
Die Gesamtzeit ist ein Richtwert. Vorbereitungs-, Koch- und Ruhezeiten können sich überschneiden.
Darum gelingt es
Die Berza jerezana de tagarninas ist ein herzhafter Eintopf aus dem Raum Jerez in Cádiz. Getrocknete Kichererbsen und weiße Bohnen garen mit Rind, Schwein, Chorizo und Morcilla, während Tagarninas für eine leicht herbe, grüne Note sorgen. Ein Majado aus Brot, Knoblauch, Kreuzkümmel, Paprika und Olivenöl macht die Brühe sämig und aromatisch.
Sämige, kräftige Brühe mit erdiger Hülsenfruchtnote, würzigem Paprika- und Knoblaucharoma sowie einem leicht herben grünen Akzent der Tagarninas. Das Fleisch ist weich, die Wurst aromatisch und die Pringá bildet einen besonders herzhaften Kontrast zur weichen Berza.
Schritt für Schritt
Kichererbsen und weiße Bohnen getrennt in reichlich kaltem Wasser 12 bis 16 Stunden einweichen. Danach abgießen und gründlich abspülen. Die Zeitangabe gilt für getrocknete Hülsenfrüchte.
Tagarninas putzen, harte Enden und faserige Teile entfernen, gründlich waschen und in etwa 4 cm lange Stücke schneiden. In kochendem Wasser 5 Minuten blanchieren, anschließend abgießen.
Daran erkennst du es: Die Tagarninas sind leicht gegart, behalten aber noch Struktur.
Wichtig: Beim Abgießen vorsichtig mit dem heißen Wasser arbeiten.
Das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Das Brot rundum goldbraun rösten und herausnehmen. Die geschälten Knoblauchzehen kurz im verbliebenen Öl anrösten. Brot und Knoblauch mit dem Kreuzkümmel im Mörser zerreiben. Die Pfanne vom Herd nehmen, das Paprikapulver kurz in das warme Öl rühren und ebenfalls zum Majado geben. Mit 100 ml Wasser aus der vorgesehenen Wassermenge zu einer dicken Würzpaste verrühren.
Daran erkennst du es: Das Brot ist goldbraun, der Knoblauch leicht angeröstet und das Majado dickflüssig.
Wichtig: Die Pfanne vor dem Einrühren des Paprikapulvers vom Herd nehmen.
Kichererbsen, weiße Bohnen, Rinderschulter, Schweineschulter und Schweinebauch in einen großen Topf oder einen mindestens 8 l fassenden Schnellkochtopf geben. Zwiebel und Tomate vierteln und mit dem Lorbeerblatt hinzufügen. Mit 2,5 l Wasser bedecken und das Majado einrühren. Langsam aufkochen und den entstehenden Schaum abschöpfen.
Daran erkennst du es: Die Flüssigkeit kocht langsam auf und der aufsteigende Schaum ist abgeschöpft.
Wichtig: Den Schnellkochtopf erst verschließen, wenn der Ansatz aufgekocht und der Schaum abgeschöpft ist.
Für die Schnellkochtopf-Variante den Deckel schließen und ab Erreichen des Drucks 30 Minuten garen. Danach den Druck vorsichtig abfallen lassen. Im normalen Topf alles bei kleiner Hitze etwa 1 Stunde 50 Minuten garen und bei Bedarf heißes Wasser nachgießen.
Daran erkennst du es: Die Hülsenfrüchte beginnen weich zu werden und das Fleisch lässt sich später leicht schneiden.
Wichtig: Den Schnellkochtopf erst öffnen, wenn der Druck vollständig abgebaut ist.
Tagarninas, Chorizo und Morcilla hinzufügen. Im Schnellkochtopf ohne Druck weitere 20 Minuten sanft köcheln lassen. Im normalen Topf weitere 25 Minuten garen. Die Hülsenfrüchte sollen weich sein, während die Tagarninas noch etwas Biss behalten.
Daran erkennst du es: Die Hülsenfrüchte sind weich und die Tagarninas behalten leichten Biss.
Das Lorbeerblatt entfernen. Die feste Salzmenge hinzufügen und anschließend mit weiterem Salz nach Geschmack abschmecken. Rind, Schwein, Schweinebauch, Chorizo und Morcilla vorsichtig herausheben. Die Berza 15 Minuten ruhen lassen. Fleisch und Wurst für die Pringá in mundgerechte Stücke schneiden und separat oder portionsweise zusammen mit dem Eintopf servieren.
Daran erkennst du es: Die Brühe ist leicht gebunden und die Aromen haben sich nach der Ruhezeit verbunden.
Wichtig: Fleisch und Wurst vorsichtig aus der heißen Flüssigkeit heben.
Gut zu wissen
Tagarninas sind junge essbare Triebe der wilden oder kultivierten Stechdistel. In Deutschland sind sie am ehesten in gut sortierten spanischen Lebensmittelgeschäften oder gelegentlich tiefgekühlt erhältlich.
Harte Enden und faserige Teile entfernen, da diese auch nach dem Garen zäh bleiben können.
Chorizo und Morcilla werden erst nach dem ersten Garabschnitt zugegeben. So bleiben sie möglichst formstabil und geben dennoch Aroma an die Brühe ab.
Das geröstete Brot bindet die Brühe, während Knoblauch, Kreuzkümmel, Paprika und Olivenöl die charakteristische Würzbasis bilden.
Die Berza wird milder und weniger herb; es entsteht eine Mangold-Variante.
Mangold putzen, waschen, in Stücke schneiden und wie die blanchierten Tagarninas im zweiten Garabschnitt hinzufügen.
Tagarninas erst nach dem ersten Garabschnitt hinzufügen und nur bis zur gewünschten Zartheit weitergaren.
Bei bereits sehr weichen Tagarninas den Eintopf nicht weiter stark rühren und die Pringá separat servieren.
Die Pfanne vom Herd nehmen und das Paprikapulver nur kurz in das warme Öl rühren.
Den bitteren Ansatz nicht weiter erhitzen; falls nötig mit zusätzlicher ungewürzter Brühe verdünnen.
Beide Hülsenfrüchte ausreichend einweichen und während des Garens vollständig mit Flüssigkeit bedeckt halten.
Mit heißem Wasser auffüllen und bei kleiner Hitze weitergaren, bis die Hülsenfrüchte weich sind.
Die Wassermenge einhalten und das Majado vollständig einrühren.
Einen Teil der weichen Hülsenfrüchte zerdrücken und wieder in den Eintopf rühren; anschließend kurz ohne starken Siedevorgang eindicken lassen.
Eine zugänglichere Variante mit Mangold statt Tagarninas. Sie schmeckt milder und weniger herb.
Die Berza wird ohne Schnellkochtopf langsam auf dem Herd gegart.
Die Hülsenfrüchte können 12 bis 16 Stunden vorher eingeweicht werden. Der vollständig gegarte Eintopf kann bis zum nächsten Tag vorbereitet und gekühlt aufbewahrt werden.
Den Eintopf nach dem Kochen zügig abkühlen lassen, abgedeckt in den Kühlschrank stellen und innerhalb von 3 Tagen verbrauchen.
Nicht längere Zeit bei Raumtemperatur stehen lassen.
Portionsweise vollständig abgekühlt einfrieren. Pringá möglichst zusammen mit etwas Brühe einfrieren, damit sie weniger austrocknet.
Über Nacht im Kühlschrank auftauen und anschließend langsam vollständig durchwärmen.
Tagarninas und Morcilla können nach dem Einfrieren etwas weicher werden.
Häufig gefragt
Tagarninas sind junge essbare Triebe der wilden oder kultivierten Stechdistel. Sie schmecken leicht herb und werden in diesem Eintopf erst blanchiert und später fertig gegart.
Ja. 500 g Mangold eignen sich als Ersatz. Die Berza wird dadurch milder und weniger herb.
Ja. Im normalen Topf die Hülsenfrüchte und das Fleisch zunächst etwa 1 Stunde 50 Minuten bei kleiner Hitze garen. Danach Tagarninas und Wurst hinzufügen und weitere 25 Minuten köcheln lassen.
Rind, Schwein, Schweinebauch, Chorizo und Morcilla werden aus dem Eintopf gehoben, in mundgerechte Stücke geschnitten und separat oder portionsweise mit der Berza serviert.
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